Marburg gemeinsam verändern.
Wir, die Marburger FDP und unsere Kandidaten und Kandidatinnen auf der Kommunalwahlliste, sind höchst unterschiedlich, wir leben in verschiedenen Bereichen der Kernstadt und den Stadtteilen, kommen aus verschiedenen Berufszweigen, gehören verschiedenen Religionen (oder keiner) an, weisen eine große Altersspanne auf, sind männlich wie weiblich, haben vielfältigste unterschiedliche Hobbys und Interessen, unsere Persönlichkeiten könnten unterschiedlicher nicht sein: von ruhig bis aufbrausend ist alles vertreten. Kurzum: Wir sind wie die Marburger Bevölkerung!
Vorwort:
Jeder Bürger soll die Freiheit haben, seine persönlichen Vorstellungen bestmöglich zu verwirklichen. Diese Freiheit ist aber immer gepaart mit Verantwortung und Rücksichtnahme auf die anderen. Eine breite Bürgerbeteiligung an Bauprojekten und der Stadtentwicklung ist somit dringend erforderlich, um nicht die Wünsche des Einzelnen oder starken Interessengruppen den anderen aufzudrängen. Ebenso wichtig ist eine Transparenz über das Vorgehen der Politik und der Verwaltung, denn seiner Verantwortung kann man nur mit vollständigen Informationen nachkommen!
Für uns Liberale ist Leistung ein hohes Gut! Wir freuen uns über jeden Bürger und jede Bürgerin, die sich einbringt und engagiert, auch und gerade wenn andere Meinungen als unsere vertreten werden. Kulturelle Projekte, Elterninitiativen, Bürgerinitiativen und zahlreiche Vereine prägen Marburgs Bild und bereichern diese Stadt. All dies wäre ohne die Leistung des Einzelnen nicht möglich.
Wir, die Marburger FDP und unsere Kandidaten und Kandidatinnen auf der Kommunalwahlliste, sind höchst unterschiedlich, wir leben in verschiedenen Bereichen der Kernstadt und den Stadtteilen, kommen aus verschiedenen Berufszweigen, gehören verschiedenen Religionen (oder keiner) an, weisen eine große Altersspanne auf, sind männlich wie weiblich, haben vielfältigste unterschiedliche Hobbys und Interessen, unsere Persönlichkeiten könnten unterschiedlicher nicht sein: von ruhig bis aufbrausend ist alles vertreten. Kurzum: Wir sind wie die Marburger Bevölkerung!
Eines aber eint uns: unser liberales Lebensgefühl! Wir lieben und schätzen gerade diese Unterschiede, das Anderssein, die Vielfältigkeit! Wir sehen Chancen und Möglichkeiten, wenn Menschen ihre jeweiligen Stärken und ihr Wissen einbringen, wir sehen die Fruchtbarkeit, die aus gegensätzlichen Standpunkten entsteht, wenn man diese austauscht und sich zuhört, wir freuen uns über neue Ideen, die für andere selbstverständlich sein mögen, uns selber aber nie gekommen wären. Diese Vielfalt ist eine Stärke und dies wollen wir auch politisch in allen Bereichen umsetzen, z.B. als Schulvielfalt, generationenübergreifendem Wohnen, einem Branchenmix in der Geschäftswelt Marburgs, dem friedlichen und kooperativem Zusammenwirken der Kirchen, Synagoge und der neuen Moschee.
Jörg Behlen:
Transparenz:
Bürgernaher, offener Umgang mit Beteiligungen der Stadt Marburg
Wie in anderen Städten überträgt die Universitätsstadt Marburg Teile ihrer Aufgaben an sogenannte Beteiligungsgesellschaften, in der Erwartung, dass diese schneller und näher an der Marktwirtschaft handeln können. Diese Entwicklung und auch weitere Ausdehnungen sieht die FDP äußerst kritisch; sie ist allenfalls nur dann zu begrüßen, wenn die Wirtschafts- und Finanzpläne der parlamentarischen Kontrolle unterliegen, wenn es wirksame Richtlinien gibt – wozu die FDP schon in der vergangenen Legislaturperiode den Anstoß gab – und die Öffentlichkeit zu allen Informationen wie etwas die Gehälter der Geschäftsführer Zugang bekommt.
Die FDP fordert:
- Veröffentlichung der Geschäftsführergehälter der Marburger Beteiligungsfirmen; Bei Neuabschlüssen und Verlängerungen muss das Einverständnis zur Veröffentlichung vorliegen.
- Alle parlamentarischen Fraktionen sind in den Aufsichtsräten zu berücksichtigen.
- Stellenneubesetzungen der städtischen Beteiligungsfirmen sind öffentlich auszuschreiben
- Die Beteiligungsrichtlinien sind zu überarbeiten und müssen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung entsprechen.
- Die ausufernde Neugründung von Tochtergesellschaften schadet der Transparenz.
- Die Gesamtsummen über Verbindlichkeiten, Vermögen und Haftungsrisiken sind vierteljährlich den Stadtverordneten zur Kenntnis zu geben.
Wilfried Wüst:
Stadtplanung und Verkehr: Augen auf und Zukunft gestalten!
Seit 2001 fordert die FDP eine vorausschauende Bauleit- und Verkehrs-Planung in Marburg. Diese muss so offengelegt werden, dass die Bürger für sich mit planen können. Viel Energie und Geld gingen auch in Fehlplanungen, welche nie umgesetzt wurden.
Rot-Grün in Marburg lobt sich ständig um wie viel besser Marburg dasteht als andere deutsche Städte, das hr-Fernsehen bringt dagegen am 25. November 2010 die Sendung „Die Landgrafenstadt zerstört ihre Schönheit“.Einkaufscenter aller banalster Sorte (lt. einem dort zu sehenden Städtebau-Architekten) am Erlenring, welche so angelegt den Einzelhandel einer ganzen Stadt zerstören. Dieser architektonische Sperrmüll wurde genehmigt von rot-grünen Kommunalpolitikern.
Die FDP möchte eine zeitgemäße Bebauung, die dem Gesamtbild der alten Stadt Marburg dient, statt es zu demolieren. Die Wirtschaft ist einer entsprechenden Planung gegenüber offen, anderer Städte machen dies vor, z.B. das „Schnoor-Viertel“ in Bremen.
Rot-Grün will noch einen Bürgersteig an die Weidenhäuser Brücke hängen, direkt über dem Außengelände des neurestaurierten Cafes. Sie reden seit Jahren über die Fronhof-Bebauung, lässt die Ubbelode-Schule auf eine Sporthalle hoffen und kommt nicht voran. Durch den Neubau des Allianz-Hauses kommt mehr Verkehr… und alles ohne dass die weitere Verkehrsführung am Rudolphsplatz geklärt ist.
Die FDP möchte eine öffentlich ausgelegte Beplanung dieses Stadtviertel bevor weitere Baugenehmigungen freigegeben werden.
Großmannssucht schuf diese Art der „Stadtautobahn“ und uns heute ein Problem. Als Verteilerschiene des Verkehrs durchaus sinnvoll, jedoch leider mit falsch angeordneten Ab- bzw. Auffahrten.
Rot-Grün will Lkws vom Hauptbahnhof zu Marburgs größten Steuerzahler den „Behring-Nachfolge-Firmen“ über Cölbe – Sterzhausen (30 km – 35 min) schicken, das „Navi“ will an der Elisabeth Kirche vorbei, durch den engen Marbacher Weg (4 km – 5 min).
Die FDP möchte eine deutliche Emissionen-Reduzierung auch auf der Verteilerschiene aber auch unsere heimische Wirtschaft nicht noch weiter vom Verkehrsfluss entfernen.
Rot-Grüne Schauanträge im Stadtparlament sollten die Elisabeth-Straße zur verkehrsberuhigten Fußgängerzone machen, warum ist dies nicht umgesetzt. Der Behring-Verkehr macht das Kirchen-Umfeld zu einem der verkehrsreichsten Plätze Marburgs. Ein touristischer Zentralpunkt . Eine weitere Fehlplanung ist die gegenläufige Nutzung der schmalen Robert-Koch-/ Bunsen-Straße zur Ketzerbach. Nicht nur fehlende Parkplätze für das Nordviertel wäre die Folge.
Die FDP möchte eine weitgehende Entlastung der Stadtautobahn als auch der Innenstadt, auch die „BI-Stadtautobahn“ möchte eine Tunnel-Lösung. Nicht nur Großstädte haben so etwas zur Entlastung der Bürger, auch Dillenburg.
Rot-Grüne Schaumschlägerei ist die Planung einer Seilbahn auf die Lahnberge als angeblich umweltfreundliche Lösung zur Verbindung der Universitätsbereiche. Ein rot-grün gewollter (Groß-)Parkplatz im Lahn, zusätzlicher Verkehr im schon sensiblen Bereich der Stadtautobahn. Durch Planungszeit, Verträglichkeitsprüfungen und wird diese Utopie erst in Jahren in die Nähe einer Realisierung kommen.
Die FDP erwartet sofort eine Schnellbus-Linie vom Campus zu den Lahnbergen im etwa 15-min-Takt. Mögliche Haltestellen Firmanei-Platz, Hörsaal-Gebäude, über die Zahlbach zu den Einrichtung der Lahnberge. Diese Lösung ist für Anbieter und Benutzer kostengünstiger und kann sofort eingerichtet werden
Torsten Sawalies:
Schule: Lokal gestalten, neue Freiräume nutzen, Verantwortung wahrnehmen
Bildung ist das zentrale Zukunftsthema unseres Landes und wird zu großen Teilen auf kommunaler Ebene gestaltet. Diese Verantwortung wird in den nächsten Jahren wachsen. Die neuen Bildungsstandards verlagern die Gestaltung des Curriculums auf das einzelne Kollegium, die Einführung der "selbständigen Schule" verlagert auch finanzielle Hoheit auf die Ebene der einzelnen Schule und ermöglicht so ein passgenaueres Vorgehen, denn die einzelnen Bildungseinrichtungen wissen sehr viel besser, was für die optimale Förderung der eigenen Schülerschaft vonnöten ist. Die Marburger Kollegien sind in dieser Hinsicht bereits sehr gut aufgestellt, von städtischer Seite wird bereits jetzt ein gewisser Teil als Budget zur freien Verfügung gestellt. Als Marburger Politiker aber müssen wir diese neuen Chancen und die damit verbundene weitere Verantwortung unserer Schulen positiv begleiten und unterstützen. Kooperationsmodelle zwischen Schule und Stadt, wie sie in den Bildungspartnerschaften auf fachlicher, sportlicher und kultureller Weise bereits jetzt existieren, müssen auch in anderen Bereichen, wie z.B. der Betreuung, der Hausaufgabenhilfe oder der Schulsozialarbeit ermöglicht werden, die Stadt kann dabei als zentrale Leitungsfunktion agieren, Synergien ermöglichen und so den Spielraum der Schulen noch erweitern. Der Einstieg in die Schulsozialarbeit ist dringend vonnöten, die Schule dürfen damit nicht alleine gelassen werden. Schulsozialarbeit liegt an der Schnittstelle zwischen Schule und Sozialarbeit und erfordert daher eine finanziellen Unterstützung über die normalen für die Schulen vorgesehenen städtischen Budgets hinaus.
Marburg verfügt über eine erfreuliche Schulvielfalt. Verschiedene Schulformen, private wie öffentliche Bildungseinrichtungen, Reformpädagogik, die hessenweit einmalige sechsjährige Grundschule, die Abendschulen und vieles mehr. Diese Vielfalt ist wichtig, ermöglicht sie doch den Schülern und Schülerinnen die Auswahl an verschiedensten, für sie erstrebenswertesten oder interessantesten Bildungsangeboten. Bisher fehlt in dieser Schulvielfalt aber ein wichtiges Element: Ein wirkliches Ganztagsschulangebot in geschlossener Form. Diese geschlossene Form würde der Schule neue Möglichkeiten und Entfaltungen, z.B. eine ganz neue Rhythmisierung ermöglichen und den (berufstätigen) Eltern die Sicherheit, ihr Kind in der gesamten Woche gut versorgt und gefördert zu wissen. Um dieses wirkliche Ganztagsangebot zu ermöglichen, bedarf es einer Kraftanstrengung, Ressourcen müssen für dieses neue Angebot gebündelt werden, ein spezielles "Schulmodell Marburger Ganztagsschule" muss unter Einbeziehung der Möglichkeiten der selbständigen Schule, dem Einsatz des Kollegiums, der Eltern- und Schülerschaft sowie des Marburger Stadtparlaments gestaltet werden, denn unter den derzeitigen Bedingungen ist eine Umsetzung sonst kaum möglich.
Die FDP fordert:
- den Einstieg in die Schulsozialarbeit
- Gründung eines "Schulmodells Marburger Ganztagsschule"
- Begleitung und Unterstützung bei der Einführung der "Selbständigen Schule" für die Marburger Schulen
- den Ausbau und die arbeitsspezifische Verbeiterung der Bildungspartnerschaften
- die Bereitstellung von genug Turnhallenplätzen für den Sportunterricht
- einen erneuten überparteilichen Vorstoß der Marburger Parteien zur Anerkennung der Otto-Ubbelohde-Schule!
Christopher Auffermann:
Familie:
frühkindliche Bildung und Betreuung von Kindern Hand in Hand
Die Familie als Fundament unserer Gesellschaft ist der Ausgangspunkt unserer Sozialpolitik. Um Sie und Ihre Familie bei den alltäglichen Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen, muss die Partnerschaft von Familie, Krippe, Kindertagesstätte und Schule stärker aufeinander abgestimmt werden. Für uns steht bei allen Angeboten und Initiativen das Kind mit seinen individuellen Lernvoraussetzungen, seiner Persönlichkeit und seinem Entwicklungsstand im Mittelpunkt.
Ein Weg zur dauerhaften Einbindung der Eltern in die Bildungsbiografie ihrer Kinder soll der flächendeckende Ausbau von Familienzentren sein. Aus Sicht des Kindes muss das Bildungs- und Betreuungsangebot mit den Notwendigkeiten der elterlichen Berufstätigkeit in Einklang gebracht werden. Dies soll durch flexible und längere Öffnungszeiten der Familienzentren geschehen.
Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt gerade für Frauen in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Sowohl für die Mütter, als auch für Betreuer und Betreuerinnen ergeben sich neue Chancen im Berufsleben. Wir verstehen diese Art von Sozialpolitik auch als Wirtschaftsförderung.
Möglichst unterschiedliche Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen in Marburg sollen den Eltern ein Angebot machen können. Ebenso soll der Bereich der Tagesmütter (und -väter) gefördert und ausgebaut werden. Nicht zuletzt um die bis 2013 umzusetzenden Richtlinien der U3-Kinderbetreuung kommunal nachhaltig sicherstellen zu können.
Eine ebenso wichtige Rolle spielen konstante Öffnungs- und Betreuungszeiten bei den Übergängen von der Krippe zur Kindertagesstätte oder Schule, insbesondere in den Ferien.
Bezahlbare Betreuungseinrichtungen sind der Schlüssel, um den Kindern unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen oder religiösen Herkunft eine faire Bildungschance auf ihren Weg zu einem freien und selbstbestimmten Leben zu geben. Deshalb treten wir dafür ein, dass mittelfristig jedes Kind einen Bildungs- und Betreuungsgutschein ab dem ersten vollendeten Lebensjahr erhält.
Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern ist qualitativ den jeweiligen Anforderungen anzupassen und stetig zu verbessern, um dem modernen Anspruch an frühkindlicher Bildung und Erziehung gerecht werden zu können.
Angesichts veränderter Familienstrukturen müssen flexible, bedarfsorientierte Angebote von ambulanten und stationären Einrichtungen der Seniorenpolitik und der Pflege sowie alternative Betreuungsangebote geschaffen werden. Dazu zählen zum Beispiel Einrichtungen für generationsübergreifendes Wohnen.
Johanna Müller-Wickenhöfer:
Kooperation und Genossenschaften als Modell der kommunalen (Selbst-) Steuerung, z.B. in der Altenhilfe
Die Rahmenbedingungen vieler hessischer Kommunen haben sich in der jüngsten Vergangenheit erheblich verschlechtert. Die Einnahmen der Kommunen sind durch sinkende Steuereinnahmen geringer. Im Augenblick ist in unserer Universitätsstadt Marburg der Haushalt und somit die Steuereinnahmen noch relativ stabil.
Es bleiben aber trotzdem noch viele Aufgabenbereiche, die nicht optimal ausgestattet sind bzw. auf Dauer ausgestattet werden können.
Kooperationen in Kommunen finden bisher selten in Form von Genossenschaften statt. Genossenschaften sind freiwillige Zusammenschlüsse interessierter Bürger, die gemeinsame Ziele verfolgen und mit eigenen Geldeinlagen die Finanzierung sicher stellen. Sie sind also ein gelungenes Beispiel für Hilfe zur Selbsthilfe.
Im Hinblick auf den demographischen Wandel sind wir von der FDP zutiefst überzeugt, dass gerade das Thema „Altenhilfe“, ein zentrales politisches Thema der Zukunft, durch den genossenschaftlichen Gedanken erfolgreich auf den Weg gebracht werden kann. Es ist daher unsere Aufgabe, sich diesen Herausforderungen mit neuen Ideen zu stellen.
Die interkommunale Zusammenarbeit bietet den Städten – auch der Universitätsstadt Marburg – die Möglichkeit, gemeinsam und auf freiwilliger – wirtschaftlicher Basis auf die kommenden Anforderungen zu reagieren.
Wir sehen in Form der Genossenschaften eine gute Möglichkeit, dieses Modell stärker als bisher in den Fokus der öffentlichen Diskussion zu bringen. Dies ist sowohl wirtschaftlich vernünftig als auch sozial!
Die Genossenschaft bietet eine starke Bündelung der Kräfte und einen stabilen Rechtsmantel. Sie entfaltet darüber hinaus wegen der Möglichkeiten der demokratischen Mitbestimmung eine hohe Identifikationskraft der Mitglieder ( z. B. mit ihrem Altersheim).
Die Genossenschaft ist nicht nur als wirtschaftliche Einheit zur Deckung materieller Bedürfnisse anzusehen. Nein, sie besitzt die Fähigkeit zur Übernahme von gesellschaftspolitischen Aufgaben. Jede Gemeinde – jede Kommune – die öffentliche Aufgaben auf sogenannte Eigenbetriebe etc. überträgt oder auslagert läuft Gefahr, ihre kommunalpolitische Verankerung in der Bevölkerung zu beeinträchtigen. Die Teilnahme an bürgerschaftlichen Modellen sollte eine hohe Priorität genießen.
Die Rechtsform der Genossenschaft ist besonders geeignet, weil sie einen leichten Ein- und Austritt ermöglicht und insbesondere durch das Ausscheiden einzelner Mitglieder die Existenz der Genossenschaft nicht gefährdet wird. Weitere wesentliche Vorteile sind das Fehlen eines sogenannten gesetzlichen Mindestkapitals. Gleichwohl ist sie als juristische Person mit Haftungsbegrenzung auf das Gesellschaftsvermögen (Anteil der einzelnen Genossen).
Zurückkommend auf Marburg ist festzustellen, dass die Einwohnerzahl von Marburg steigt und somit werden in den kommenden Jahren auch immer mehr ältere Menschen in Marburg leben. Im Jahre 2004 hat die Stadt Marburg das Altersheim St. Jakob ausgegliedert in eine gemeinnützige GmbH (Beteiligungsfirma).
Wir als Liberale setzen uns für mehr bürgschaftliche Modelle ein. Wenn Bürger eingebunden werden in die Probleme ihrer Stadt, sind bessere Lösungen zu erreichen.
Stefan Schartner:
Integration: Vielfalt statt Einfalt
Partizipation und Förderung bürgerschaftlichen Engagements sind Grundlage jeder nachhaltig orientierten Integrationspolitik. Mehr denn je müssen Kommunen dabei auch einen offenen und offensiven interkulturellen und interreligiösen Dialog führen.
Um Vorurteile abzubauen setzen wir auf einen interreligiösen Dialog. Durch Projekte wie z.B. „Tee in der Moschee“ können Ängste überwunden und Verständnis für Andere geschaffen werden.
Zum Austausch zwischen interessierten Bürgern, um Angebote zu verknüpfen und die Hürden für eine gelingende Integration so niedrig wie möglich zu gestalten, können Internetportale für die entsprechenden Integrationsprojekte hilfreich sein. So kann eine gezielte Bündelung aller Angebote den Zugang der verschiedenen Akteure erleichtern.
Konkrete Zielvereinbarungen zwischen den Akteuren sind notwendig. Anhand eines solchen für einen bestimmten Zeitraum geschlossenen „Integrationsvertrag“ (wie z.B. der am Runden Tisch erarbeitete) können auch Rückschlüsse über die Effektivität einzelner Maßnahmen gezogen werden. Er muss aber regelmäßig auf Erfolg und Effektivität kontrolliert werden.
Bildung:
Wir begrüßen die Anstrengungen der hessischen Landesregierung außerordentlich, muslimischen Religionsunterricht in öffentlichen Schulen in Hessen zu institutionalisieren. Wir sind uns der mannigfaltigen rechtlichen und organisatorischen Fragen bewusst, unterstützen aber das Ziel und fordern einen zügige und flächendeckende Umsetzung dieses Projekts auch für Marburg.
Interkulturelle Öffnung der Verwaltung
Um die Stadtverwaltung handlungsfähig zu halten, sind auch Migranten einzustellen. Mit Ihrer vielfältigen kulturellen und sprachlichen Kompetenz können sie helfen, die Effizienz von Verwaltungsabläufen zu steigern.
Die FDP lehnt dazu allerdings eine Migranten-Quotenregelung, wie auch jede andere Quotenregelung, bei der Besetzung von Stellen in der öffentlichen Verwaltung grundsätzlich ab. Alternativ hierzu stellen wir Mentoring-Programme in den Vordergrund. Es sollten gezielte Werbemaßnahmen um Migranten für Tätigkeit in der Verwaltung erfolgen. Außerdem wollen wir eine Verbesserung der interkulturellen Kompetenzen aller Mitarbeiter in der Verwaltung (z.B. durch Schulungen). Statt ungerechter Quoten-Regeln sollten bestimmte Fähigkeiten, wie z.B. Sprachkompetenz, als positives Einstellungskriterium anerkannt werden.
Strategie und Steuerung der Verwaltung:
Erfolgreiche Integrationspolitik ist keine Nischenpolitik mehr - sie muss als Querschnittsaufgabe in Politik und Verwaltung verankert sein. Wir haben dies erkannt und Integrationspolitik zur Chefsache erklärt.
Schon den meisten deutschen Einwohnern fällt es schwer, sich im deutschen Behördendschungel zurecht zu finden. Dass dies für Menschen, die möglicherweise Sprachschwierigkeiten haben und auch eine solche Behördenbürokratie nicht gewöhnt sind, noch verwirrender sein kann, sollte keine Kommune vergessen. Die Verwaltungsangebote für Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund sollten besser vernetzt und zusammengefasst werden. Dies würde es Migranten erleichtern Verwaltungsaufgaben zu erledigen. Außerdem ist eine grundsätzliche Einrichtung von modellhaften „Servicegarantien“ wie eine Termingarantie bei Vereinbarung oder maximale Fristen der Verwaltung in allen Verwaltungen wünschenswert.
Julia Ewerdwalbesloh:
Liberaler Campus
Der Hochschulstandort Marburg wird in den kommenden Jahren mit dem Großprojekt Campus-Firmanei seine Attraktivität noch weiter erhöhen. Die FDP Marburg unterstützt die laufenden Planungen und sieht sie als zukunftsweisend und wichtig. Dabei ist besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit zu legen. Bei der Integrierung des Alten Botanischen Gartens in den neuen Campus muss auf eine weiterhin mögliche Nutzung auch von allen Nichtstudierenden geachtet werden. Der jetzige Naherholungsort muss erhalten bleiben – die Universität steht hier in einer besonderen Verantwortung.
Auch die geforderte Schnellbuslinie würde zur Vernetzung der beiden Campi einen wertvollen Beitrag leisten. Dabei dürfen die anderen Buslinien nicht vergessen werden, sie müssen in Absprache mit den Campusplanungen angepasst werden. Dabei ist die Anbindung der Wohnheime am Schlossberg und am Ortenberg zu verbessern. Auch bis in die späten Abendstunden ist der Busverkehr zu Zeiten einer bis 24.00 Uhr geöffneten Bibliothek nötig.
Ein vielfältiges Parkplatzangebot muss in der Nähe des neuen Campus von der Stadt bereitgestellt werden. Der ständige Austausch zwischen Stadt und Campusplanung ist dabei essentiell, um Planungsfehler von vornherein zu vermeiden.
Es wäre aus liberaler Sicht zu begrüßen, eine „Kinderuni“ zu installieren, von der aus regelmäßig schon Kindern die Hochschule näher gebracht wird. Mit spielerischen Vorlesungen kann ein akademisches Studium schon in frühen Jahren attraktiv gemacht werden. Das „Chemikum“ als Beispiel wird eine Bereicherung für unsere Stadt sein.
Jörg Behlen
Energie und Umwelt: Auf den Bürger vertrauen!
In der Energiepolitik vollzieht sich derzeit ein notwendiger Wandel. Dieser darf jedoch nicht gegen die Bürger unserer Stadt durchgesetzt werden – sondern mit Ihnen. Günstige Strompreise und das Aufstellen von realistischen Forderungen gehören hier dazu. Die zeitnahe Inaussichtstellung einer kompletten Stromversorgung durch Solarenergie ist pure Augenwischerei.
Die FDP fordert:
- Freiwilligen Energiesparmaßnahmen der Hauseigentümer ist der Vorrang einzuräumen.
- Investitionen in Solarthermie und Feststoffbrennkessel sowie eine bessere Isolation der Gebäude sind sinnvolle Zukunftsausgaben. Die Stadt kann durch Informationsbroschüren und Hilfestellung für diese privaten Vorhaben werben. Dabei müssen die Menschen vom Sinn überzeugt werden und nicht durch Zwang:
- Nach nun zweimaligen Scheitern ist die Solarsatzung endgültig ad acta zu legen.
- Windkraftanlagen sollten auf den ertragstarken Standorten errichtet werden. Die Lahnberge in Marburg gehören sicher nicht dazu!
- Die Verfügbarkeit von Strom zu günstigen Preisen ist Aufgabe von Wirtschaftsbetrieben wie den Stadtwerken.
- Regenerative Energieerzeugung darf nicht unreflektiert eingesetzt werden. Eine rationale Betrachtung der verschiedenen Energieformen muss ideologiefrei nach Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit erfolgen.
- Die Stadtwerke sind gefordert, bei Netzkäufen die Risiken für die Stadt und ihre Bürger so gering wie möglich zu halten und auf Transparenz zu achten.
- Schlusswort
Dieses Wahlprogramm soll ihnen vermitteln, wie die FDP ihre liberalen Grundeinstellungen in praktische Politik umsetzen möchte. Auch für die unübersehbare Vielzahl möglicher Ereignisse und Planungen innerhalb der nächsten Legislatur soll es eine Richtschnur sein und ihnen eine Vorstellung geben, wie wir uns entscheiden, auch in Punkten, die hier noch nicht aufgeführt sein können. Generell gilt:
Wir, die Marburger FDP, können ihnen nicht versprechen:
- niemals einen Fehler zu machen
- zu jeder Zeit auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben
- in einer Koalition reine liberale Politik machen zu können
Aber wir, die Marburger FDP, versprechen ihnen:
- uns auf ihre Argumente, Gegenargumente und Ideen zu freuen und diesen zuzuhören
- unsere Entscheidung auf Grundlage unserer oben genannten Einstellungen zu treffen
- in eine Koalition diese Liberalität bestmöglich einzubringen und umzusetzen
- in der Opposition offen und an den eigenen Einstellungen orientiert zu agieren, auch wenn das bedeutet, der Regierung zuzustimmen
Wir freuen uns, wenn sie unser liberales Lebensgefühl und unsere Einstellungen teilen und der FDP Marburg bei der Wahl ihr Vertrauen schenken!